Welchen Einfluss hat der Lie auf den Ballflug?

Der Lie ist etwas das von Schlägerherstellern am liebsten ignoriert oder als Standard abgestempelt werden möchte. Denn eines muss man ganz klar sagen: den korrekten Lie ermittelt man nur in einem professionellen Fitting und für Schlägerhersteller die auf große Massen ausgelegt sind ist es schwierig Köpfe mit unterschiedlichem Lie zur Verfügung zu stellen. Daher hat sich ein bisschen die Meinung etabliert dass Lie nur etwas für "außergewöhnliche" Spieler ist z.B. die 2,10m groß sind oder die extrem flach schwingen, etc. Alle anderen würde man am liebsten als Standard abstempeln und fertig.

Nun ist es aber so dass jeder Spieler individuell ist und es eine recht große Bandbreite an Lies gibt. Es ist aber auch so dass Spieler sich dem Lie zumindest ein stückweit anpassen können. Sie merken z.B. in der Ansprechposition wenn der Schläger neutral aufliegt und schwingen dann entsprechend. Sie verändern also ihren Schwung um sich dem Lie anzupassen. Andersherum wäre es natürlich wesentlich sinnvoller.

In diesem Test haben wir drei verschiedene Lies mit dem identischen Schlägerkopf und Schaft verglichen. Einen neutralen, +2° up und -2° down. +2° bedeutet dass der Schläger etwas aufrechter steht. Dieser Lie tendiert zu einer Spitze "nach oben" und die Ferse "nach unten". Bei -2° ist das genaue Gegenteil der Fall. Die Spitze tendiert "nach unten" und die Ferse "nach oben".

Grundsätzliche Tendenzen beim Lie

Ganz pauschal kann man sagen dass die +2° up eher für große Spieler und/oder diejenigen gedacht ist die den Schläger auf einer sehr steilen Ebene bewegen. Bei -2° sind es dagegen eher kleinere Spieler und/oder diejenigen mit einer flachen Schwungebene. Nun ist es natürlich so dass jeder Spieler unterschiedlich ist und sich manche Faktoren ausgleichen oder verstärken. Was macht man z.B. mit einem sehr großen Spieler mit einer flachen Schwungebene? Für solche Fälle sind pauschale Aussagen unmöglich und daher kann man eines bereits vorweg nehmen: den richtigen Lie zu finden ist vor allem Aufgabe eines professionellen Fitters.

Unsere Testergebnisse

Zunächst einmal das offensichtliche: Der dynamische Lie der durch den GCQuad einwandfrei bestimmt werden kann zeigt deutlich wie sich der tatsächliche Lie auf den Lie im Treffmoment auswirkt. Dieser beträgt beim neutralen Lie 0,5° up, bei +2° sind es 1,4° up und bei -2° sind es 1,1° down. In einer idealen Welt wären es natürlich 0°, 2° up und 2° down. Allerdings muss man auch sagen dass unser Spieler natürlich sieht wie der Schläger am Ball steht und passt sich dann minimal an. Damit schwankt der Lie nicht um 4° zwischen den extremen Varianten sondern "nur" um 2,5°. Aber auch das ist ausreichend um genau zu sehen welchen Einfluss der Lie hat.

Kommen wir nun zum wichtigsten Teil: Der Streuung. Also mit welchem Lie wurden die besten Ergebnisse erzielt? Hier sind wir eindeutig beim neutralen Lie. Die +2° Lie tendieren zu weit nach links und die -2° zu weicht nach rechts.

Dieses Ergebnis ist alles andere als überraschend. Sie müssen sich einfach vorstellen wohin die Schlagfläche tendenziell zeigt wenn der Schläger aufrecht steht im Vergleich dazu wenn er flach steht. Das folgende Bild zeigt den Unterschied:

Je mehr Loft der Schläger hat, desto stärker dieser Effekt. Daher ist der Lie inbesondere bei Wedges so kritisch.

Hinzukommt ein Effekt der diese Tendenz noch zu verstärken vermag: der Bodenkontakt. Ein Schläger der nicht neutral an den Ball kommt sondern entweder mit der Spitze oder der Ferse tiefer in den Boden gräbt öffnet oder schließt sich aufgrund dieses Widerstands entsprechend. Ist Lie z.B. zu aufrecht hat zuerst die Ferse Kontakt mit dem Boden und dort mehr Widerstand. Die Schlagfläche schließt sich und der Ball tendiert nach links.

Natürlich kommt es auf mehrere Faktoren an wie stark dieser Effekt ist. Es gibt Spieler mit einem so späten Bodenkontakt dass die Auswirkungen zu vernachlässigen sind weil der Ball die Schlagfläche schon verlassen hat bevor sie sich in irgendeine Richtung verdrehen kann. Aber auch der umgekehrte Fall ist möglich dass ein früher Bodenkontakt die Schlagfläche noch stärker beeinflusst.

Aufrechter Lie = links und flacher Lie = rechts

Im Golf gibt es wenige pauschale Aussagen die man treffen kann aber diese ist einer der wenigen Naturgesetze. Stattet man einen Spieler mit einem Schläger aus dessen Lie zu aufrecht ist wird der Ball eher nach links (bei Rechtshändern) tendieren. Umgekehrt mit zu flachem Lie nach rechts. Genau das sehen wir auch in unserem Test sehr deutlich.

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