Den richtigen Lie für Ihre Eisen bestimmen

Der Lie ist kein einfaches Thema und vor allem sehr individuell. Vieles zeigt sich erst nach etlichen Schlägen auf dem Platz und es ist nicht möglich anhand weniger Schläge den richtigen Lie zu bestimmen – egal ob man den besten Simulator oder eine sogenannte Lie Platte verwendet.

Bevor wir ins Detail gehen zunächst einmal der Begriff des Lies. Der Lie wird in ° gemessen und gibt sozusagen den Winkel von Schaft und der Unterseite der Schlagfläche wieder. Für ein Eisen 6 beträgt der Lie für gewöhnlich 61°. Dieser ist aber nicht in Stein gemeisselt und kann entsprechend verändert werden. Zumindest bei unseren Eisen auf ExactGolf. Denn wir arbeiten unter anderem aus diesem Grund nur mit weichem Stahl der sich später noch „biegen“ lässt. So kann man jederzeit den Lie um wenige Grad verändern. Und das ist auch wichtig, denn wie bereits angesprochen ergibt sich der richtige Lie häufig erst in der Praxis auf dem Platz.

Die übliche Fitting-Praxis sieht so aus dass man den Spieler auf einer Lie Platte schlagen lässt. Dann erkennt man ob der Schläger eher auf der Spitze oder an der Ferse aufsetzt. Die Idee ist, dass man daraufhin den Lie einstellt so dass der Schläger möglichst gerade aufsetzt, also den niedrigsten Punkt in der Mitte hat. Der Gedanke ist grundsätzlich richtig: denn wenn der Schläger mittig aufsetzt verdreht er sich nicht im Treffmoment und der Ball fliegt gerader.

Wie sich jedoch zeigt ist dies nicht automatisch der Fall. Am Ende des Tages geht es um den Ballflug und nicht um ein möglichst gleichmäßiges und gerades Divot zu produzieren. Denn davon werden die Scores nicht niedriger.

Es gibt allerdings Tendenzen die die Auswahl bereits einschränken. Spieler die eher zu einem Pull oder Hook neigen sollten darüber nachdenken den Lie nach unten zu korrigieren. Die Schlagfläche setzt dann tendenziell eher mit der Spitze auf und steuert dieser Linkstendenz entgegen. Setzt die Schlagfläche mit der Ferse auf kann diese im Treffmoment zusätzlich schließen – genau das möchte man aber vermeiden wenn man ohnehin eine Linkstendenz hat.

Dies ist relativ selten und nur bei Spielern zu beobachten deren Hände im Treffmoment sehr tief sind. Es sind eher sehr gute Spieler die dazu neigen. Alle anderen Spieler tendieren eher zum Gegenteil, das heißt die Schlagfläche setzt eher mit der Spitze auf. Dies steuert einer Linkstendenz entgegen und verringert den Effekt der „schließenden Schlagfläche“.

Würde man diesen Spieler auf einer Lie Platte schlagen lassen würde sich deutlich zeigen, dass der tiefste Punkt an der Spitze liegt. Die Idee wäre dann den Lie nach oben zu korrigieren. Aber dies kann dafür sorgen dass die Linkstendenz stärker wird. Schlägt jemand einen geraden Ball obwohl der Schläger tendenziell mit der Spitze aufsetzt und korrigiert man dann einfach den Lie ist es gut möglich dass der Spieler anfängt zu hooken. Die Anpassung war dann gut gemeint aber schadet dem Spieler dann.

Ein weiteres Problem mit Lie Platten ist, dass diese nichts mit der Grasoberfläche zu tun haben. Sie geben also keine Auskunft darüber wie der Schläger beim Bodenkontakt auf dem Platz interagiert. Die Platte kann also maximal eine Idee geben in welche Richtung es gehen könnte. Haben wir zum Beispiel einen Spieler der tendenziell pullt oder hookt und sehen auf der Platte dass der tiefste Punkt weit an der Ferse liegt ist eine Anpassung sehr wahrscheinlich richtig. In diesem Fall würde man den Lie um 1 oder 2 Grad nach unten korrigieren und der Schwerpunkt würde wieder Richtung Mitte wandern. Der Linkstendenz wird damit entgegen gesteuert.

Natürlich spielt auch die Körpergröße eine Rolle aber auch sie ist individuell und niemand kann sagen dass man ab 1,70m diesen Lie und ab 1,80m diesen Lie nehmen sollte. Natürlich wird ein sehr großer Spieler mit „normal langen“ Armen eher „aufrechter“ schwingen und daher eine Anpassung nach oben benötigen. Und ein sehr kleiner Spieler wird flacher schwingen und tendenziell mit der Ferse aufsetzen. In diesem Fall müsste man nach unten korrigieren.

Dennoch ist es selbst in einem normalen Fitting schwer festzustellen was der korrekte Lie ist. Hinzukommt dass sich der Schwung während der Saison ändert und eine Anpassung des Lies erforderlich wird. Umso wichtiger ist es auf Schläger zu setzen die diese Änderung im Nachhinein erlauben. Sie können sich im Frühjahr einen Satz bestellen der gerade den perfekten Lie hat, aber im Laufe der Saison stellt sich heraus dass der Lie suboptimal ist und angepasst werden sollte. Möchten Sie dann einen neuen Schlägersatz kaufen?

Lie Platten haben ihre Berechtigung und geben eine gute Idee wo sich der Spieler befindet. Sie können aber nicht entscheidend für die Wahl des richtigen Lies sein. Am Ende ist entscheidend wie sich die Schlagfläche auf der Grasoberfläche verhält und wie der Ballflug aussieht. Es geht nicht darum möglichst gleichmäßige und schöne Divots zu produzieren – auch wenn das viele Fitter noch denken.

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